Geistliches Wort

Liebe Mitarbeiter, Freunde und Gäste in unserem Gemeinschaftsbezirk!

Mit dem Monatsspruch für Oktober 2018 aus Psalm 38,10 grüße ich Sie herzlich:
Herr, all mein Sehnen liegt offen vor dir, mein Seufzen war dir
nicht verborgen.
Diese Gebetsworte stammen von David in einer Zeit der inneren Erschütterung und leiblichen Qualen. Es ist das Gebet eines Schwerkranken in großer Anfechtung. Dem Beter geht es nicht gut. Seine körperlichen und psychischen Nöte sind kaum zu ertragen und können nur Mitleid wecken. Zu allem Elend hinzu kommt die Häme seiner Feinde, die ihn gerne auf verlorenem Posten sehen.
Aber das alles ist nicht die Hauptlast, die ihn bedrückt. Stattdessen belastet ihn seine eigene Sünde über alles. Denn das ist der innere Zusammenhang, in dem unser Vers aus Psalm 38 steht. Es ist der dritte Bußpsalm eines Mannes, der vor Gott seine Schuld bekennt.
Er verklagt darum nicht seine boshaften Feinde, sondern geht mit sich selbst ins Gericht. Darüber seufzt er. Was er selbst an Unrecht getan hat, das setzt ihm zu und macht ihn fertig. Und gerade darin zeigt sich nun Davids wahre Größe: Er sucht die Schuld für sein eigenes Ergehen nicht bei anderen, sondern er prüft sich selbst. Vor Gott kann er sich nicht verbergen, das ist ihm bewusst. Und zu Gott nimmt er Zuflucht mit all seinem Seufzen. Von ihm kann er doch nicht lassen, trotz dem eigenen Versagen. Denn David ist wohl schuldig geworden, aber seine Sehnsucht nach der Nähe Gottes bleibt doch groß. So hält er an Gott fest, an dem er gerade zu verzweifeln drohte. Er hofft auf sein rettendes Eingreifen und am Ende seines Gebets schöpft er voller Vertrauen neue Zuversicht. Denn es wird ihm gewiss: Wer seine Sünde bekennt und auf alle Selbstrechtfertigung verzichtet, der darf mit Gottes Vergebung und Hilfe rechnen. Erst recht können wir auf den Gott vertrauen, der durch Jesus Christus all unsere Krankheit auf sich genommen hat. Zu ihm können wir kommen, mit unserem Elend und unserer Last. Wir müssen uns nicht verstellen, wenn wir Grund zum Seufzen haben. Aber der Herr sieht die Sehnsucht unserer verwundeten und beschwerten Herzen. Und in Jesus Christus will er uns Ruhe geben. Ihm wollen wir vertrauen.

Wolfgang Hoppstädter